OT

Montpellier 2019

Die Ästhetik des Unbeachteten

Das UNBEACHTETE suche ich hauptsächlich auf der Straße – wo ich auf Zufälligkeiten, Unscheinbares, Ausschnitte, Kompositionen, Verletzungen, Rückstände, Flüchtiges, Verwischtes, Kleines oder Großes, Lichtspiele etc. achte. Ich entdecke Bilder.


                      KATALOG _ 2019


Mein künstlerische Intention ist es, – z.B. durch die Konzentration auf einen Ausschnitt – das Motiv für den Betrachter zu VERRÄTSELN. So bekommen die Motive auf meinen Fotos eine neue, eigene Wahrnehmung, Aussage und Ästhetik. Das Ursprüngliche tritt zurück, ist häufig gar nicht mehr zu identifizieren.Die Zufälligkeit des Aufnahmemomentes wird übersehen. Die Bilder wirken wie bewusst konzipierte und gewollt erschaffene, in sich schlüssige Darstellungen und Inszenierungen. Mit dieser Wirkung verwischen sich die Grenzen zur Malerei und Grafik und schaffen eine eigene fotografische Bildersprache, die die Wirklichkeit häufig wie eine abstrakte Verfremdung erscheinen läßt. Meine BetrachterInnen sollen das Bild nicht wieder enträtseln – angeregt werden sollen Fantasie, Interpretation und Neugierde.

Für mich ist ein BILD gelungen, welches die Fantasie erkennt und dessen Zufälligkeit erstaunt.

Bearbeitet werden die Bilder mit dem RAW-Konverter unter weitestgehendem Verzicht von Photoshop. Der Umfang der Bearbeitung orientiert sich an den Möglichkeiten analoger Dunkelkammerarbeit und Retusche – ohne gestalterisch-schöpferische Eingriffe, die die Darstellung, den Aufbau und die Farbe der ursprünglichen Fotografie grundlegend verändert oder neu entstehen läßt. Die Bilder zeigen das, was ich entdeckt und gesehen habe. Es sind FOTOGRAFIEN.

 

 

OT

 

Hamburg, 2008