Stay with me – for a short mo-ment

Meine Bilder sollen eine Begegnung sein – flüchtig, aber beachtlich.

In der Menge verfängt sich unser Blick in dem Gesicht einer fremden Person. Betrachtet, beäugt, ein schneller Moment – vorbeigezogen, außer Sichtweite, verschwunden; das Bild noch vor Augen. Warum so unwillkürlich berührt?  Neugierde, etwas Vertrautes, etwa befremdendes. Mit mehr Mut hätte man sie vielleicht angesprochen; erleichtert, dass man sie nicht begleiten muss.

Indem ich meine ProtagonistInnen nicht durchgängig über eine geballte fotografisch-entblößende Porträtkunst der Betrachtung aussetze, ihr Erkennen gerne zurücknehme, rege ich den Beobachter an, bei sich selbst, in seiner Fantasie, in seiner Erfahrung und vielleicht in seiner eigenen Biografie nach Assoziationen, Erklärungen zu suchen. Kein Schutz in einer betrachtenden Distanz. Bilder offen und verschlossen. Dokumentation ohne Erklärung. Dazwischen Stillleben: Bilder von Wohnungen, hätte man sie begleitet.

Vielleicht nur Bilder im inneren Bilderstrom. Vielleicht eine visuelle Begegnung – länger als ein short moment – länger als zwei Sekunden.

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